Halsschmerzen: Ursachen, Symptome und Formen

Frau in grünem Pullover sitzt an einem Tisch mit einem Laptop und hält sich den schmerzenden Hals aufgrund von Halsschmerzen.

Unsere Atemwege sind anfällig für Reizungen durch Krankheitserreger, Umweltgifte, ein trockenes Klima oder durch eine starke Beanspruchung der Stimme. Halsschmerzen lassen da oftmals nicht lange auf sich warten. Sie sind lästig und jeder Mensch erlebt sie anders – mal als leichtes Kratzen, mal als brennenden Schmerz. Wie sich Halsbeschwerden äußern und welche Formen es gibt, erfährst du hier.

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Ursachen: Wie entstehen Halsschmerzen?

Normalerweise ist die Schleimhaut im Mund- und Rachenraum von einer Mukus-Schicht überzogen. Dabei handelt es sich um einen dünnen Sekretfilm, der die Schleimhaut vor äußeren Reizen schützt und feucht hält. Verschiedene Ursachen können jedoch dafür sorgen, dass diese schützende Feuchtigkeitsschicht nicht mehr ausreichend vorhanden ist. Dann haben Krankheitserreger und andere Schadstoffe ein leichtes Spiel, die Schleimhaut in Hals und Rachen anzugreifen oder zu reizen.

Halsschmerzen bei Erkältung

Kratzen oder Schmerzen im Hals sind häufig Vorboten einer Erkältung. Treten schwache Halsschmerzen ohne Fieber auf, sind sie in der Regel harmlos. Häufig kommen bei einem grippalen Infekt aber später weitere Symptome hinzu wie:

  • Kopfschmerzen
  • Schnupfen
  • Husten
  • Gliederschmerzen
  • leichtes Fieber

Schuld an den Beschwerden sind meistens Viren, die durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Küssen) übertragen werden. 

Um die Störenfriede unschädlich zu machen, reagiert der Körper mit einer Entzündung im betroffenen Gebiet. Die Schleimhäute röten sich, schwellen an und üben dadurch Druck auf die umliegenden Gewebe und Nerven aus. Diese senden ein Schmerzsignal an das Gehirn – so kommt es, dass wir Halsschmerzen verspüren. Diese normale Abwehrreaktion ist zwar sehr unangenehm, aber auch wichtig, da der Körper so die Erreger schnell bekämpft und abtransportiert.

Halsschmerzen, die mit einer Erkältung einhergehen, sind oft binnen 1 Woche wieder verschwunden . Ist das nicht der Fall, können Bakterien an der Entzündung beteiligt sein. Vor allem Streptokokken sind häufige Vertreter.

Halsschmerzen durch eine Mandelentzündung (Tonsillitis)

Bei einer Mandelentzündung (Tonsillitis) entzünden sich die Gaumenmandeln, schwellen an und sind stark gerötet. Zudem können sie mit einem gelblich-weißlichen, fleckenartigen Belag bedeckt sein.

Die Mandeln bieten eine Art Schranke gegen Krankheitserreger. Sind sie geschwächt, ist davon auch das Abwehrsystem des Körpers betroffen. Mediziner unterscheiden verschiedene Varianten der Mandelentzündung.

  • akute Mandelentzündung
    Ursache ist meist eine Virusinfektion der Gaumenmandeln, welche die unangenehmen Halsschmerzen auslöst. Sie ist in der Regel nach 1 bis 2 Wochen ausgestanden2.
  • eitrige Mandelentzündung
    Darum handelt es sich, wenn die Infektion durch Bakterien (meistens Streptokokken) hervorgerufen wird. Sie ist sehr ansteckend und kann unbehandelt zu schweren Komplikationen führen. Typisch ist ein weißlich-gelblicher, eitriger Belag auf den Mandeln.
  • rezidivierende (wiederkehrende) akute Mandelentzündung
    Vor allem bei fehlender oder unzureichender Behandlung kann eine Mandelentzündung in einem bestimmten Zeitraum immer wieder auftreten. Wenn die Entzündung länger als 3 Monate andauert und es gar keine beschwerdefreien Phasen mehr gibt, sprechen Fachleute von einer chronischen Mandelentzündung3

Mehr zur Mandelentzündung 
 

Betroffene leiden bei einer Mandelentzündung unter den starken, oft auch nur einseitigen Halsschmerzen links oder rechts, die meist mit enormen Schluckbeschwerden einhergehen. Außerdem können die Halsbeschwerden auch bis ins Ohr und zu den Zähnen ausstrahlen. Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl sind zusätzliche Symptome.

Schluckbeschwerden

Halsschmerzen aufgrund einer Rachenentzündung (Pharyngitis)

Ist der Rachen betroffen, spricht man von einer akuten Rachenentzündung (Pharyngitis). Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhaut im Rachen – sie ist gerötet, geschwollen und auch verschleimt. Ist das lymphatische Gewebe, das seitlich an der Rachenhinterwand verläuft, betroffen, ist es eine Seitenstrangangina (Angina lateralis).

Auch bei einer Rachenentzündung gibt es verschiedene Formen: Bei der akuten Pharyngitis sind die Auslöser meist Viren, etwa im Rahmen einer Erkältung. Von einer chronischen Pharyngitis sprechen Mediziner, wenn die Symptome länger als 3 Monate anhalten4. Ursachen können Reizstoffe wie Alkohol oder Tabak sein.

Zur Rachenentzündung

Eine Frau in einer grünen Winterjacke und mit Mütze hält sich auf einem belebten Platz in der Stadt die Hände an den schmerzenden Hals. Sie sieht besorgt aus, was auf Halsschmerzen oder eine Rachenentzündung hinweist.

Kehlkopfentzündung oder Stimmbandentzündung

Mögliche Verursacher einer Entzündung am Kehlkopf samt Stimmlippen sind beispielsweise:

  • virale oder bakterielle Infektionen
  • Überbeanspruchung der Stimme
  • Reizungen durch Rauchen, trockene Luft, Staub oder Chemikalien

Heiserkeit bis hin zu einem völligen Stimmverlust ist neben Halsschmerzen das häufigste Symptom. Meist tritt auch ein trockener Reizhusten auf.

Mehr zur Heiserkeit

Halsschmerzen durch Überbeanspruchung

Außer durch Krankheitserreger können Halsschmerzen auch infolge einer Überbeanspruchung der Stimme entstehen: beispielsweise wenn du viel sprichst, in einer unruhigen Umgebung laut redest oder vor Publikum singst. Dabei nimmt der schützende Sekretfilm (Mukus-Schicht) des Mund- und Rachenraums ab und reißt auf. Als Folge treten Beschwerden wie Reizhusten und häufiges Räuspern auf. Im schlimmsten Fall ist die Stimme weg.

Allergien als Ursache für Halsschmerzen

Ein juckender und brennender Hals kann auch durch Allergien ausgelöst werden. Besonders Blütenpollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben sind verantwortlich für die Halsschmerzen. Die Beschwerden entstehen, wenn die Allergene die Schleimhäute im Hals reizen. Typischerweise kommen noch weitere Symptome hinzu:

  • Niesreiz
  • laufende und/oder verstopfte Nase
  • Juckreiz im Rachen
  • tränende Augen
  • morgendliche Trockenheit im Hals

Durch die entzündeten und geschwollenen Schleimhäute kann es durch Allergien neben Halsschmerzen zusätzlich zu Schluckbeschwerden kommen.

Mehr über Schluckbeschwerden 

Weitere Ursachen von Halsschmerzen

Andere mögliche Ursachen für Schmerzen und Kratzen im Hals sind:

Reflux-Krankheit

Bei der Reflux-Krankheit tauchen nicht nur Sodbrennen, sondern mitunter auch (starke) Halsschmerzen auf. Der saure Magensaft fließt in Richtung Rachen durch die Speiseröhre und reizt so die dortige Schleimhaut.

Reizstoffe

Die Umwelt ist voll mit Reizstoffen, die zu Halsbeschwerden führen können. Dazu zählen neben Tabakrauch auch Chemikalien wie Lösungsmittel. Soweit es geht, solltest du diese Stoffe meiden.

Trockene Luft

Vor allem in überheizten Schlafzimmern herrscht häufig eine niedrige Luftfeuchtigkeit, die eine Ursache für ständiges Halskratzen, Hustenreiz und Halsschmerzen sein kann. Trockene Schleimhäute sind anfälliger für Erreger.

Begleitsymptome: Halsschmerzen kommen selten allein

Wenn es im Hals kratzt und schmerzt, tauchen häufig noch weitere Krankheitszeichen auf, die den Betroffenen zusätzlich zu schaffen machen. Meistens plagen neben (starken) Halsschmerzen auch folgende Symptome den Hals- Nasen- und Ohrenbereich:

  • Schluckbeschwerden 
    Wenn die Halspartie durch Bakterien oder andere Umstände gereizt ist, führt das in der Regel neben Halsschmerzen auch zu Schmerzen beim Schlucken.
  • Ohrenschmerzen 
    Bei Erkrankungen im Nasen- und Rachenraum, wie beispielsweise bei einer Mandelentzündung, können die Schmerzen in die Ohren ausstrahlen. Sobald die Mandelentzündung behandelt wird, klingen sowohl die Hals- auch die Ohrenschmerzen wieder ab.
  • Mundgeruch 
    Vor allem bei einer Mandelentzündung kann es neben Halsschmerzen zu einem unangenehmen Mundgeruch kommen, weil sich Krankheitserreger in den entzündeten, eitrigen Mandeln ansammeln.
  • Husten 
    In Verbindung mit Halsschmerzen tritt häufig auch Husten auf, da Infektionen im Rachenraum, etwa eine Erkältung oder Pharyngitis, die Schleimhäute reizen. Bei einer Erkältung ist es in der Regel ein produktiver Husten mit Schleim, bei einer Rachenentzündung vielmehr ein trockener Reizhusten.
  • Heiserkeit 
    Wenn die Stimmbänder im Kehlkopf durch Entzündungen gereizt oder geschwollen sind, wie beispielsweise bei einer Kehlkopfentzündung, kann sich neben den Halsschmerzen auch eine Heiserkeit einstellen. Diese zeigt sich durch raue, kratzige oder leise Töne beim Sprechen.
  • gerötete und geschwollene Mandeln 
    Bei einer Infektion durch Viren oder Bakterien reagieren die Mandeln mit einer Entzündung. Dadurch werden die Mandeln stärker durchblutet, was ihre Rötung erklärt. Gleichzeitig sammelt sich Flüssigkeit im Gewebe, was zur Schwellung führt.
  • geschwollene Lymphknoten im Nacken oder Kiefer 
    Bei einer Infektion im Hals-, Nasen- oder Rachenraum, wie einer Erkältung oder Mandelentzündung, die meist mit Halsschmerzen einhergeht, müssen die Lymphknoten im Nacken oder Kiefer verstärkt arbeiten. Dadurch können sie anschwellen und schmerzhaft werden.
  • Schnupfen, Fieber, Gliederschmerzen 
    Bei einem grippalen Infekt können zusätzlich zu Halsschmerzen noch Gliederschmerzen, Fieber und eine laufende Nase auftreten.

Formen von Halsschmerzen

Halsschmerzen können in verschiedenen Formen auftreten und auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sein. Sie variieren nicht nur in der Intensität, sondern auch in der Dauer und in den Begleitsymptomen. Je nach Auslöser treten Halsbeschwerden plötzlich auf und klingen rasch wieder ab, oder sie entwickeln sich zu einem chronischen Problem.

Akute, wiederkehrende und chronische Halsschmerzen

Akute Halsschmerzen treten plötzlich auf. Typischerweise kommt es dazu in der Erkältungszeit. Nach rund 1 Woche sind die Beschwerden im Normalfall vorüber1.

Halsschmerzen können aber auch ständig wiederkommen. Treten sie mindestens 3-mal pro Jahr auf, sprechen Fachleute von wiederkehrenden Halsschmerzen1.

Um die chronische Form handelt es sich, wenn die Beschwerden jeweils für mehr als 14 Tage anhalten1.

Halsbeschwerden in der Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft sind werdende Mamas oft anfälliger für Halsweh und einen trockenen Hals. In dieser Zeit ist unter anderem das Immunsystem angesichts der hormonellen Veränderungen geschwächter. Viele Frauen sind dann verunsichert und ratlos, welche Behandlung ihnen Linderung verschafft und gleichzeitig unbedenklich für ihr ungeborenes Kind ist. Ausführliche Informationen findest Du hier:

Halsschmerzen in der Schwangerschaft

Halsbeschwerden bei Kindern

Eltern sorgen sich oft, wenn ihr Kind über Halsweh und Schluckbeschwerden klagt. Welche Maßnahmen und Mittel sind für die Kleinen überhaupt geeignet? Die Art der Behandlung hängt vor allem von der Ursache der Halsschmerzen und vom Alter des Kindes ab. Bei leichten Halsschmerzen sind Hausmittel oft eine gute Wahl. Sollten sich die Schmerzen verschlimmern und eventuell noch Fieber, angeschwollene Lymphknoten oder Abgeschlagenheit dazu kommen, gehe mit deinem Kind bitte umgehend zu einem Kinderarzt.

Halsschmerzen bei Kindern

Was kann gegen Halsschmerzen helfen?

Halsbeschwerden fühlen sich nicht nur unangenehm an, sondern sie stören auch den Alltag. Um schnell wieder fit für die täglichen Anforderungen des Lebens zu sein, empfiehlt sich umgehend mit der Behandlung zu beginnen. Diese richtet sich nach der ursächlichen Erkrankung. Meist reicht eine symptomatische Therapie mit Hausmitteln oder entzündungshemmenden Medikamenten. Liegt aber zum Beispiel eine eitrige Mandelentzündung vor, die durch Bakterien (meist Streptokokken) ausgelöst wurde, ist normalerweise ein Antibiotikum notwendig.

Halsschmerzen behandeln

FAQs: Häufige Fragen und Antworten zu Halsschmerzen

Halsschmerzen können beispielsweise entstehen, wenn die Schleimhaut im Hals durch Krankheitserreger, Umweltgifte oder trockene Luft gereizt wird. Auch übermäßiger Stimmgebrauch kann zu einer Reizung führen.

Die Behandlung sollte sich grundsätzlich nach der Ursache richten. Halstabletten, warme Getränke, Gurgeln und Inhalationen können die Beschwerden häufig lindern. Entzündungshemmende Medikamente können ebenfalls helfen.

Erkältungen, Grippe, Mandelentzündungen, Kehlkopfentzündungen und einige Allergien beginnen oft mit Halsschmerzen als erstem Symptom.

In der Regel klingen Halsschmerzen nach etwa 1 Woche ab1. Eine ärztliche Abklärung sollte unter anderem bei anhaltenden Beschwerden, starken Schmerzen, Auftreten von Fieber, geschwollenen Mandeln oder Lymphknoten erfolgen5.

Halsschmerzen sind bei einer Erkältung meist am 3. Krankheitstag am stärksten6. Ab dem 4. Tag beginnen sie in der Regel wieder abzuklingen6.

Das hängt von der Ursache ab. Erkältete Personen sind beispielsweise etwa so lange ansteckend, wie die Beschwerden anhalten – circa 1 Woche lang7. Eine durch Streptokokken verursachte Mandelentzündung ist zum Beispiel ungefähr 24 Stunden nach Behandlungsbeginn mit Antibiotika nicht mehr ansteckend8.

Quellen:
1„Halsschmerzen“. Stiftung Gesundheitswissen, https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/halsschmerzen/hintergrund. Zugegriffen 29. November 2024.
2„Mandelentzündung – Anzeichen und Verlauf“. Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V., https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/mandelentzuendung/anzeichen-und-verlauf.html. Zugegriffen 29. November 2024.
3„Mandelentzündung – Definition und Häufigkeit“. Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V., https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/mandelentzuendung/definition-und-haeufigkeit.html. Zugegriffen 29. November 2024.
4„Rachenentzündung – Definition und Häufigkeit“. Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V., https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/rachenentzuendung/definition-und-haeufigkeit.html. Zugegriffen 29. November 2024.
5„Halsschmerzen – wann zum Arzt?“ Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V., https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/halsschmerzen/wann-zum-arzt.html. Zugegriffen 29. November 2024.
6„Was ist eine Erkältung?“ Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/erkaeltung/grundlagen. Zugegriffen 29. November 2024.
7„Wie lange ist welche Virus-Infektion ansteckend?“ Universitätsklinikum Freiburg, https://www.uniklinik-freiburg.de/presse/publikationen/im-fokus/2019/wie-lange-ist-welche-virus-infektion-ansteckend.html. Zugegriffen 29. November 2024.
8„Mandelentzündung – Therapie beim HNO-Arzt“. Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V., https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/mandelentzuendung/therapie-beim-hno-arzt.html. Zugegriffen 29. November 2024.
 


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Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Pohl-Boskamp auf seine Richtigkeit intensiv geprüft worden.

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Veröffentlicht am 10.02.2025
Letzte Aktualisierung am 24.02.2025